Wohin des Weges, Wanderer?

Mein steiniger Weg zur Selbstfindung

 

Schon wieder stehe ich vor einem Wegweiser und weiß nicht weiter. Es gibt viele Möglichkeiten, viele schöne Wanderrouten, die einen Abstecher lohnen würden - doch welche ist die richtige? Welcher Pfad passt am besten zu mir? Und schon wieder finde ich die Antwort nicht. Bereits in der Schule war es so, dann im Studium und jetzt im Job. Manchmal frage ich mich, ob diese ganze Sucherei jemals enden wird, aber dann denke ich wiederum, dass es doch gar nicht so schlimm ist, immer auf der Suche zu sein, denn Stillstand bedeutet Langeweile und auf Langeweile kann ich gerne verzichten. Doch zurück zum Wegweiser: Auf einem Pfeil steht "Sicherheit", auf einem anderen "Fernweh" und wieder ein anderer zeigt "Heimat" an. Am liebsten würde ich alle Wege gehen, aber ich weiß, dass das momentan nicht möglich ist und dass ich mich entscheiden muss. Die meisten meiner Freunde würden nicht lange zögern und direkt den sichersten Weg gehen, ein paar risikofreudige würden sich sofort für die Fernweh entscheiden und einige für die Heimat, aber ich bleibe lange hier stehen und denke nach. Nach der Uni wollte ich eigentlich sofort raus in die große Welt, Abenteuer erleben, das Leben genießen, am besten mit möglichst wenig Arbeit und möglichst viel Geld, doch es kam anders, denn die Liebe überraschte mich. Als die Liebe in mein Leben einzog, legte ich meine Pläne erstmal auf Eis und ließ sie sich entwickeln. Ich fand einen Job als Online-Redakteurin in einem Kölner Unternehmen und bekam im Gegenzug einen 8 1/2 Stundentag, ein gutes Einkommen und solide Sicherheit. An diesem Punkt könnte die Geschichte schon enden, doch das Fernweh bleibt stets mein treuester Begleiter und wenn ich über Reisethemen recherchiere und schreibe, schreit es so laut aus mir heraus, dass es kaum auszuhalten ist. Für den Moment mag es in Ordnung sein, aber es ist Fakt, dass ich nicht für immer einen Bürojob machen kann. Damit ist auch klar, dass der sicherste Weg nicht meiner sein wird. Doch auch die anderen Wege haben ihre Tücken. Auch wenn ich meine Zeit als Weltenbummler in Estland, Norwegen und Osteuropa sehr genossen habe, glaube ich nicht, dass der Weg des "digital nomad", als Reisender ohne Heimat, der passende für mich ist. Ich sehne mich nach einer "Homebase", einem Zuhause, zu dem ich immer wieder zurückkehren kann nach einer langen und anstrengenden Reise, aber gleichzeitig weiß ich nicht, wo diese Heimat sein soll. Ich schätze, um herauszufinden, wo mein Zuhause ist, muss ich erstmal ziellos herumreisen und bei dem Gedanken daran empfinde ich zugleich Freude und Aufregung, aber auch Respekt und Furcht. Und so stehe ich noch immer hier vor dem Wegweiser und frage mich, ob ich jemals den richtigen Weg finden werde. 

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